Das eigene Schmuckstück designen lassen

Aktuell im Blog von ProntoPro gibt es ein Interview zu lesen, in dem ich von meinem schönen Beruf erzählen durfte. Danke für die Veröffentlichung!

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(… Ein Handwerk zu erlernen, in dem man mit seinen eigenen Händen etwas erschafft – das war schon immer der Wunsch von Siegfried Büeler. Er überlegte, was für ein Handwerk er erlernen könnte, dachte gar daran, Schreiner zu werden… 

… Doch weil ihm kleine und feine Arbeiten mehr liegen, bewarb er sich nach der Schule bei einem Goldschmied. Darin fand er seine Passion, weshalb er diesem Beruf bis heute treu geblieben ist.

Seine Ausbildung zum Goldschmied begann Siegfried Büeler im Jahr 2000. Bis 2008 arbeitete er in verschiedenen Unternehmen. Dann hat er sich dazu entschlossen, ein Produktdesign-Studium mit Fachrichtung Schmuckdesign zu absolvieren. Das Studium dauerte von 2008 bis 2012.

Kurz danach entschied sich der heute 36-Jährige dazu, sein eigenes Unternehmen zu gründen: das Siggnatur Jewellery in Düsseldorf. Momentan arbeitet Siegfried Büeler, der aus Erlangen stammt, noch allein. Aber er ist bestrebt, ein Team zusammenzustellen. Mit diesem möchte er noch mehr wunderschönen Schmuck herstellen, über den sich jeder Kunde freuen kann.

Siegfried, du hast im Jahr 2012 dein Studium zum Schmuck- und Produktgestalter abgeschlossen und bist seither Inhaber des Siggnatur Ateliers. Aus welchem Anlass hast du dich dazu entschlossen, einen solch außergewöhnlichen Studiengang zu belegen? Kannst du uns mehr zu deinem bisherigen Werdegang erzählen?

Bevor ich studierte, war ich rund acht Jahre als Goldschmied tätig. Ich habe mich schon in jungen Jahren voll und ganz dem Beruf des Goldschmiedes gewidmet. Ich habe in verschiedenen Werkstätten Erfahrungen sammeln können. Nach ein paar Jahren hatte ich das Bedürfnis, mich weiter zu entwickeln und über den Tellerrand des Handwerks hinaus zu blicken.

Durch das Studium hatte ich die Möglichkeit, mich frei von Verkaufszwängen zu machen und meiner künstlerischen Ader zu folgen. Das Studium hat es mir außerdem ermöglicht, technische Errungenschaften wie den 3D-Druck in meine Arbeit zu integrieren.

 

Welche besonderen Schmuckstücke sind bei dir erhältlich? Welche Sonderanfertigungen machst du? Wie würdest du den Stil deiner Schmuckstücke beschreiben? Wodurch zeichnen sich deine Anfertigungen aus?

Die Form unserer Kreationen ist davon abhängig, welchen Zweck sie erfüllen sollen. Bei Stücken aus unserer Kollektion findet man oft interessante Formensprachen der Natur sowie zeitgenössische Schmuckkunst, die den Charakter der Konzeption aufgreift und Materialien und Inszenierung als Stilelement in die Arbeiten integriert.

Bei individuellen Kundenwünschen oder Reparaturen stehen die Ansprüche unserer Kunden ganz im Vordergrund und werden auf der Grundlage von jahrelanger Erfahrung in handwerklichem und gestalterischem Geschick umgesetzt.

Welche Materialien verwendest du zur Herstellung deiner Schmuckstücke? Worauf achtest du bei den Materialien besonders? Welche Werkzeuge gehören zur Grundausstattung eines Goldschmieds und welche Hilfsmittel dürfen bei der Herstellung des Schmucks keinesfalls fehlen?

Unsere Materialwahl entspringt meist aus dem Anspruch der Nachhaltigkeit. Der Einsatz von fair gehandelten und recycelten Edelmetallen ist ebenso unser Stilelement wie der Einsatz von Upcycling-Materialien. Unser Schmuck kann deshalb genutzt werden, um ein kollektives Bewusstsein zu fördern und ein Statement abzugeben sowie ein Zeichen zu setzen.

Die wichtigsten Werkzeuge sind sicherlich die Formsprache, die in Form von zeichnerischen Skizzen, Kundenzeichnungen oder 3D-Modellen umgesetzt wird. Auch das Brettwerkzeug eines Goldschmiedes, das sich über die letzten 500 Jahre kaum verändert hat, ist wichtig. Mit der Verbindung aus neuer Gestaltungstechnik und alt bewährtem Handwerk gibt es nie da gewesene Möglichkeit, außergewöhnliche und einzigartige Werke zu schaffen.

Ehe- und Trauringe gelten für viele als das Symbol der Liebe und haben somit eine ganz besondere Bedeutung. Welche Möglichkeiten gibt es bei der Anfertigung der Ringe? Zu welchem Design rätst du? Weshalb bietet sich bei der Anfertigung von Trauringen das Prinzip des Upcyclings an?

Eheringe werden vorwiegend aus Gold gefertigt. Gold ist das Material, das die Unvergänglichkeit repräsentiert, weil es – neben Platinmetallen – nicht durch Korrosion angegriffen wird.

Die Formsprache von Eheringen ist abhängig vom Träger. Viele Kunden – vor allem Männer – bevorzugen ein schlichtes Design, denn die Alltagstauglichkeit ist sicherlich der größte Anspruch bei einem Ehering. Trotzdem geben wir durch digitale Techniken dem Kunden die Möglichkeit, den Trauring ganz besonders mit zu gestalten. So kann man zum Beispiel seine Stimme als Wellenform oder besondere Gravuren auf oder in die Ringe einarbeiten lassen. Bei uns haben Paare auch die Möglichkeit, ihre Ringe selbst in einem Workshop herzustellen. Individueller und persönlicher geht es kaum.

Upcycling kann für Eheringe in der Form genutzt werden, dass Kunden ihr Altgold mitbringen und dies gegebenenfalls für die Herstellung oder zur Verrechnung eingesetzt werden kann. Manche Paare verbindet auch ein Element wie ein besonderes Material oder Fundstück, welches in die Ringe eingearbeitet werden kann.

Die Materialwahl entspringt meist aus dem Anspruch der Nachhaltigkeit

Kein O815-Schmuckstück

Die Formgebung von Siggnatur Jewellery wird, wie es der Name schon sagt, oft durch die Formen der Natur inspiriert. Individuelle Einzelanfertigungen sind auf Wunsch selbstverständlich möglich. Außerdem legt das Unternehmen viel Wert auf den Einsatz von fair gehandelten oder upcycling Materialien. Beim Design achtet das Unternehmen darauf, dass die Schmuckstücke nicht nach dem 0815-Schema erstellt werden, sondern ein individuelles Erscheinungsbild erhalten – so sollen die Grenzen des Schmuckdesigns aufgebrochen werden.

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