
Material, Verfahren und Haltung entdecken
Ein Schmuckstück wird nicht allein durch seine Form bestimmt. Material, Herstellungsweg und inhaltliche Idee gehören ebenso zu seinem Charakter.
Die SIGGEL von SIGGNATUR bilden ein visuelles Orientierungssystem. Sie zeigen, welche Materialidee, welches Verfahren oder welche Haltung ein Schmuckstück beziehungsweise eine Werkgruppe prägt.
SIGGEL sind von SIGGNATUR entwickelte Werkkennzeichen. Sie sind keine unabhängigen Prüf- oder Zertifizierungssiegel.
Die SIGGEL von SIGGNATUR
Upcycling
Upcycling beginnt bei SIGGNATUR mit vorhandenen, ausrangierten oder ursprünglich anders verwendeten Materialien. Durch Auswahl, Bearbeitung und einen neuen gestalterischen Zusammenhang erhalten sie eine andere Bedeutung.
Diese Arbeitsweise entstand während des Studiums in experimentellen Projekten mit Kunststoff. Werkgruppen wie Mellids, Jocoral und Sealsbow untersuchen, wie sich Materialwert und Wahrnehmung durch Gestaltung verändern.
Altgold gehört bei SIGGNATUR zum Bereich Recycling und Schmuckumarbeitung. Beim Upcycling steht die gestalterische Umdeutung des vorhandenen Materials im Mittelpunkt.
CAD und 3D
CAD und 3D-Techniken erweitern die gestalterischen und konstruktiven Möglichkeiten des Goldschmiedehandwerks. Komplexe Formen lassen sich entwickeln, prüfen, verändern und für die weitere Fertigung vorbereiten.
Je nach Projekt entstehen digitale Modelle, Prototypen oder Wachs- und Resindrucke für den späteren Guss. Anschließend folgen die klassischen Arbeitsschritte im Atelier: Versäubern, Montieren, Fassen, Schleifen, Polieren und Oberflächengestaltung.
Der digitale Entwurf und die handwerkliche Ausführung bilden dabei einen gemeinsamen Prozess.
Subversiv
Subversive Arbeiten nutzen Schmuck als Kommunikationsmedium. Sie beschäftigen sich mit Körper, Sexualität, Moral, Konsum, Psychologie, Identität und gesellschaftlichen Erwartungen.
Manche Werke zeigen ihre Aussage unmittelbar. Andere wirken zunächst vertraut und entfalten ihre Bedeutung erst beim genaueren Hinsehen oder im Gespräch.
Das SIGGEL kennzeichnet Arbeiten, bei denen die inhaltliche Ebene ein wesentlicher Teil des Entwurfs ist.
Fairtrade-Gold
Bei individuellen Anfertigungen kann Fairtrade-Gold als Materialoption berücksichtigt werden. SIGGNATUR arbeitet nicht ausschließlich mit Fairtrade-Gold, weist bei geeigneten Projekten jedoch bewusst auf diese Möglichkeit hin.
Fairtrade-Gold richtet sich an Menschen, die bei der Wahl von neuem Gold auch die Bedingungen seiner Gewinnung berücksichtigen möchten.
Verfügbarkeit, Legierung, benötigte Menge und Mehrkosten werden für jedes Projekt individuell geprüft und vor der Anfertigung besprochen. Das SIGGEL kennzeichnet die konkrete Wahlmöglichkeit.
Rheingold
Rheingold verbindet regionale Materialherkunft, Goldschmiedehandwerk und die Erzählung vom im Rhein verborgenen Schatz.
Der Rheingolddrache greift diese Verbindung auf. Der Verlauf des Rheins in Düsseldorf wird zur Silhouette eines Drachen, der ein Herz als Schatz bewacht.
Das SIGGEL kennzeichnet Schmuckstücke, in denen Rheingold verwendet wurde, sowie Anfertigungen, bei denen Rheingold konkret als Material gewählt werden kann.
Ein Schmuckstück kann mehrere SIGGEL tragen
Die Werkkennzeichen können sich überschneiden. Ein Schmuckstück kann mit CAD entwickelt, handwerklich ausgearbeitet, aus einem besonderen Material gefertigt und zugleich als gesellschaftlicher Kommentar gedacht sein.
Die SIGGEL machen diese Verbindungen sichtbar und eröffnen unterschiedliche Wege, die Arbeiten von SIGGNATUR zu entdecken.
Material und Gestaltung gemeinsam entwickeln
Bei individuellen Anfertigungen können Materialherkunft, vorhandene Schmuckstücke, technische Möglichkeiten und gestalterische Vorstellungen gemeinsam betrachtet werden.
