Upcycling im Schmuck

SIGGEL Upcycling – Werkkennzeichen von SIGGNATUR

SIGGEL Upcycling
Dieses Werkkennzeichen steht für Arbeiten, in denen vorhandene,
ausrangierte oder ursprünglich anders genutzte Materialien
gestalterisch weiterentwickelt werden.

Wenn Material eine neue Bedeutung erhält

Upcycling begleitet meine Arbeit seit dem Studium. Damals begann ich mit Kunststoffen zu experimentieren, die im klassischen Schmuck kaum Beachtung fanden.

Mich interessierte, wodurch ein Material als wertvoll wahrgenommen wird: durch seinen Preis, seine Seltenheit, seine Bearbeitung oder durch den Zusammenhang, in dem es gezeigt und getragen wird.

Vorhandene Materialien bringen eigene Farben, Formen, Oberflächen und Gebrauchsspuren mit. Diese Eigenschaften werden zum Ausgangspunkt des Entwurfs. Aus einem Reststück, Fundstück oder ausrangierten Gegenstand kann so ein Schmuckstück oder ein eigenständiges tragbares Objekt entstehen.

Neben der Wiederverwendung interessiert mich besonders die gestalterische Freiheit. Schmuck kann seine Bedeutung auch aus einer ungewöhnlichen Materialwahl, sorgfältiger Verarbeitung und der persönlichen Beziehung zu einem Gegenstand erhalten.

Was das SIGGEL Upcycling kennzeichnet

Das SIGGEL kennzeichnet Arbeiten, bei denen ein bereits vorhandenes Material die Gestaltung wesentlich prägt und eine neue Form, Funktion oder Bedeutung erhält.

Dazu können gehören:

  • Kunststoffteile und Produktionsreste,
  • Fundstücke und ausrangierte Gebrauchsgegenstände,
  • Materialien aus früheren Projekten,
  • ungewöhnliche Werkstoffe außerhalb der klassischen Schmuckwelt.

Das SIGGEL ist ein von SIGGNATUR entwickeltes Werkkennzeichen. Es beschreibt die Materialidee einer Arbeit und ist kein unabhängiges Prüf- oder Zertifizierungssiegel.

So entsteht eine Upcycling-Arbeit

Material auswählen und prüfen

Am Anfang steht ein Material, das durch seine Farbe, Form, Oberfläche oder Geschichte auffällt. Ich prüfe, welche Bereiche verwendbar sind, wie stabil das Material ist und welche Spuren erhalten bleiben sollen.

Eine neue Form entwickeln

Das Material wird aus seinem ursprünglichen Zusammenhang gelöst. Es kann zum Anhänger, zur Brosche, zum Ringelement oder zu einem tragbaren Objekt werden.

Je nach Werkstoff wird gesägt, gebohrt, geschliffen, geformt oder mit eigens angefertigten Schmuckelementen verbunden. Edelmetall kann dabei als Fassung, Verschluss oder konstruktive Verbindung dienen.

Tragbarkeit und Oberfläche ausarbeiten

Kanten, Gewicht, Beweglichkeit und Verbindungen werden auf die spätere Nutzung abgestimmt. Manche Gebrauchsspuren bleiben sichtbar, andere Flächen werden geschliffen, geglättet, poliert oder strukturiert.

Der endgültige Charakter entsteht aus dem Zusammenspiel von Herkunft, Bearbeitung und neuer Funktion.

Werkgruppen aus dem Studium

Mellids

Die Mellids untersuchen Kunststoff aus Flaschenplastikdeckeln als eigenständiges Schmuckmaterial. Farbe, Form und Oberfläche lösen sich von der ursprünglichen Nutzung und erhalten am Körper einen neuen Zusammenhang.

Jocoral

Jocoral verbindet industrielles Material aus Joghurtbechern mit organisch anmutenden Formen. Die Arbeiten bewegen sich zwischen künstlich, gewachsen, gefunden und gestaltet.

Sealsbow

Bei Sealsbow wird vorhandenes Material in eine neue tragbare Form überführt. Farbe, Struktur und Bewegung treten an die Stelle der früheren Funktion.

Diese Werkgruppen bildeten den Anfang einer Arbeitsweise, die Materialwert, Wahrnehmung und gesellschaftliche Zuschreibungen untersucht. Dadurch überschneiden sich einzelne Arbeiten auch mit dem SIGGEL Subversiv.

Upcycling, Altgold und technische Grenzen

Die Verarbeitung von Altgold gehört bei SIGGNATUR überwiegend zum Recycling und zur Schmuckumarbeitung. Vorhandene Edelmetalle werden geprüft, direkt umgearbeitet, eingeschmolzen, neu legiert oder über eine Scheideanstalt aufbereitet.

Beim Upcycling bleibt die frühere Form, Funktion oder erkennbare Herkunft eines Materials häufig Teil des neuen Entwurfs.

Vorhandene Materialien bringen technische Grenzen mit. Kunststoffe können durch Alterung, Licht oder Wärme spröde werden oder sich verformen. Auch dauerhafte Verbindungen und spätere Reparaturen sind nicht bei jedem Werkstoff möglich.

Deshalb prüfe ich Stabilität, Zusammensetzung, Verbindungstechnik und vorgesehene Nutzung für jedes Projekt einzeln. Nicht jedes Fundstück eignet sich für ein dauerhaft tragbares Schmuckstück.

Vorhandenes Material neu betrachten

Ein Fundstück, ein Materialfragment oder ein ausrangiertes Objekt kann der Anfang einer persönlichen Upcycling-Arbeit sein.

Fotos und eine kurze Beschreibung ermöglichen eine erste Einschätzung. Anschließend prüfe ich das Material im Atelier: Welche Bereiche können erhalten bleiben? Ist es ausreichend stabil? Wie lässt es sich bearbeiten, verbinden und als Schmuckstück tragen?

Gemeinsam entwickeln wir daraus eine Form, die zur Geschichte des Materials passt und sich handwerklich sinnvoll umsetzen lässt.


Eine Upcycling-Idee besprechen

Arbeiten mit dem SIGGEL Upcycling

Die folgenden Produkte und Werkgruppen entstanden aus vorhandenen, ausrangierten oder ursprünglich anders verwendeten Materialien.


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